Herz Sutra

So habe ich es gehört: Die Erwachte war tief im Strom vollkommenen Verstehens. Sie erklärte den Prozess, der zur Illusion einer begrenzten Persönlichkeit führt. Dessen Leerheit erkennend überwand sie alles Leiden.

Höre, Schüler, Form ist Leerheit, Leerheit ist Form, Form ist nichts anderes als Leerheit, Leerheit ist nichts anderes als Form. Genauso sind Empfindungen, Wahrnehmungen, geistige Formkräfte und Bewusstsein leer von einem abgetrennten Selbst.

Höre, Schüler, alle Phänomene bedingen sich gegenseitig – weder entstehen sie, noch vergehen sie. Weder rein noch unrein, noch werden sie grösser oder kleiner. Daher sind Form, Empfindung, Wahrnehmung, geistige Formkraft und Bewusstsein künstliche Begriffe.

Das Auge besteht ausschliesslich aus Nicht-Auge-Elementen. Dasselbe gilt für Ohr, Nase, Zunge, Körper und Geist. Deshalb gibt es keine Form, keinen Klang, keinen Geruch, keinen Geschmack, kein Berührbares und kein Objekt des Geistes.

Da alle Sachen in ihrer Identität unbeschreibbar sind, gibt es kein Entstehen und kein Erlöschen; kein Leiden, keinen Ursprung des Leidens, kein Ende des Leidens und keinen Weg; kein Verstehen und kein Erreichen. Weil es kein Erreichen gibt, finden die Erwachten, durch ihr vollkommenes Verstehen von Integration, keine Hindernisse in ihrem Geist. Keine Hindernisse erlebend, überwinden sie die Angst, befreien sich für immer von Täuschung und verwirklichen vollkommenes Erlöschen.

Alle Heiligen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erlangen dank dieses vollkommenen Verstehens volle, wahre und harmonische Erleuchtung. Vollkommenes Verstehen ist der höchste Logos, das lebende Wort, das die Dualität überschreitet, das alles Leiden aufhebt – die unzerstörbare Realität. Dieser Logos sollte daher verkündet werden. Und dies ist er:

Gegangen, gegangen, schon hinübergegangen, ans andere Ufer hinübergegangen!

Sei dies zum Wohle aller!

Herz Sutra im Zen Buddhismus

Kurzer Hintergrund

Das Herz Sutra, das Sutra der höchsten Weisheit oder der Logos des Herzens gehört zu den bekanntesten Lehrtexten des Zen. Es ist ein sehr alter Text, die ersten noch erhaltenen Kopien auf Steintafeln sind aus dem siebten Jahrhundert. Seither gibt er uns Anstoss zum Nachdenken. Die Essenz des Textes ist dass es nichts gibt was unabhängig von etwas anderem sein kann und alles miteinander verbunden ist.

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