ZEN MÖNCH REDING

Der Hund jagt den Ball, der Tiger beisst den Werfer!

Jugendjahre

 Zuerst machst du eine anständige Ausbildung und danach kannst du machen was du willst.  Kathrin Reding (Mutter)

 

Geboren und aufgewachsen in Zürich, genoss er mit seiner älteren Schwester das Leben an der Stadtgrenze. Der mütterlichen Bedingung folgend absolvierte Reding die Lehre als Chemielaborant bei der Empa Dübendorf mit Berufsmaturität (BMS). Dank dem zusätzlichen Erlangen der Maturität an der KME (Kantonale Maturitätsschule für Erwachsene) stand ihm die Universität ebenfalls offen. Nach ein paar Semestern Philosophie und Mathematik an der Universität Zürich wurde es Zeit, dem Streben nach der inneren Leere mit allen Konsequenzen nachzugeben und den Weg des Zen einzuschlagen. Dieser Wunsch entwickelte sich langsam und organisch während der Pubertät, als er das erste Mal dank seiner Mutter mit dem Logos (Zen-Dialoge) in Kontakt kam.

Ausbildung / Wanderjahre / Lehrjahre

 Wenn du es wirklich tun musst, dann tue es.  Niklaus Reding (Vater)

 

In Japan wurde er von Zen Mönch Noritake Kotoku zum Zen Mönch ordiniert. Nach der formalen Ausbildung im Zen Kloster Empukuji in der Nähe von Kyoto wanderte er von Tempel zu Tempel, um einen geeigneten Lehrer zu finden. Den Lebensunterhalt verdiente er im traditionellen Almosengang auf den Strassen Japans und half bei Zeremonien in den Tempeln seiner Mönchsbrüder und Schwestern. Nach Anweisung seines Dharmavaters Zen Mönch Kotoku, besuchte er die Zen Mönche & Nonnen in Südkorea und studierte mit ihnen. Seine Zeit als Wandermönch war mit einem Schlag beendet, als der Austausch mit Zen Meister Powha Sunim begann. Ob in der Hermitage, im Tempel, in den Bergen und im Kloster, das Schlachtfeld der Weisheit war mit dem Zen Meister allgegenwärtig. Als persönlicher Assistent und Schüler wurde der Logos rund um die Uhr untersucht und das Leben an der Seite des Lehrers liess keine Unachtsamkeit zu.

Wander- & Bettelmönch

Als Dank für die zehnjährige Ausbildung zum Zen Mönch pilgerte Zen Mönch Reding im traditionellem Almosengang durch Japan. Von Wakkanai im Norden Hokkaidos bis nach Ishigaki-Jima im Süden Okinawas (3000 Kilometer) brauchte er acht Monate und lebte von der Hand in den Mund. Jeden Tag Richtung Süden, ohne zu wissen, ob das Essen reicht und wo die nächste Schlafgelegenheit ist, untersuchte er das Leben & Sterben mit den Einwohnern Japans. Während der Zeit als Wander- & Bettelmönch wurde das Kloster und der Marktplatz eins.

Der Fluch des Dorfpfarrers

Die Familie Reding war beim Dorfpfarrer berühmt berüchtig. Als gerngesehener Gast verbrachte er viele Abende in deren Heim und stellte sich den Fragen über Gott und die Welt. Diesen wahrlich guten Menschen und Pfarrer traf Reding zufällig später auf einer Strasse Zürichs. Nach geduldigem Zuhören, beendete der Pfarrer das Gespräch genervt mit: "...  dann mach es doch selber!" Als Zen Mönch Reding viele Jahre später im Zen Kloster in Japan eine Zeremonie für die Dorfbewohner hielt, merkte er, dass er genau so ein Pfaff geworden war, wie er nie werden wollte. Sich an die Worte des alten Pfarrers erinnernd, begann er fortan die Bedeutung der Mönchsroben und der Tempel zu verstehen.

Schweiz - Japan - Südkorea - die ganze Welt

 Wenn es keinen Unterschied zwischen Kloster und Marktplatz gibt, bist du wahrlich nah am Weg.

 

Obwohl er nicht wusste wie lange seine Ausbildung dauern würde, versprach er seiner Schwester bei der Abreise, dass er seinem Vater im Alter zur Seite stehen wird. So beschloss Zen Mönch M. Reding sich in Einsiedeln in der Schweiz niederzulassen und fortan zusammen mit seiner Frau und den Kindern die Kochkünste des urchigen Schweizers zu geniessen.

Urchig`s Zen

Als einfacher Bettelmönch fand er Unterkunft in einem alten, kargen und kalten Dachstock. Unerwartet kamen die ersten Besucher & Gäste und zusammen wurde in der Meditation das Leben & Sterben untersucht. Der Grundstein wurde gelegt und im gegenseitigen Vertrauen von Laien und Klerus wurde 2014 die Zen Akademie gegründet. Eigenständig und frei von Ost & West, verpflichten sich die Mönche & Nonnen, ihr Streben nach der inneren Leere zum Wohle aller zu teilen.

Zen Mönche & Nonnen in der Schweiz

Der erste Schüler und Novize, Zen Mönch A. Lafon, wartete eine Woche auf den Knien vor der Tempelpforte und bat um Eintritt. Seither wird der Weg des Zen in der Akademie unerschrocken und unermüdlich untersucht und verfeinert. Der Schüler wird zum Lehrer und der Lehrer wird zum Schüler.

Bergmönch

Im Kloster und auf dem Marktplatz (Vita Contemplativa & Vita Activa), ihr Wander- und Tempelmöche, Brüder und Schwestern, woher seht Ihr denn genau all das Kommen & Gehen der Dinge? Schnell, schnell! Gebt mir eine Antwort, denn das Leben und Sterben sind die wichtigen Sachen, seid achtsam, alles ist vergänglich und vergeht schnell. Die Zeit wartet auf niemanden.

Als einfacher Bergmönch habe ich hier dieses unvollständige Wissen zusammengetragen. Mögen es weisere Nonnen und Mönche kritisch prüfen, verbessern und erweitern, damit unzählige Generationen die zwei Tore des Zen durchschreiten können. Aus tiefstem Herzen verbeuge ich mich und danke all meinen Lehrern und Schülern frei von Ost und West, mögen ihre Lehren in den Herzen der Menschen gedeihen. Alles Gute auf dem Weg!

Zen Mönch Reding 山道庵禪士