Doktrin und patriarchale Lehren

Ein Text über die Doktrin im Zen Buddhismus.
Eines Tages zitierte Zen Meister Hye-Am folgenden berühmten Dialog über Doktrin und patriarchale Lehren.
Dogmatischer Sprecher (DS): Man spricht über die Kultivierung der Gelassenheit und Weisheit um die Selbst-Natur zu sehen. Nun, was heisst das?
Patriarchaler Sprecher (PS): In dieser Familie wird weder zwischen Sklave und Diener unterschieden.
DS: Man sagt, der Erleuchtete weil, er die armen Wesen sah, hatte Mitgefühl und Erbarmen. Was bedeutet das?
PS: Barmherzigkeit ist nicht zu glauben, dass es etwas gibt, um die Buddhaschaft zu erreichen. Mitgefühl ist nicht zu glauben, dass es etwas gibt, um Bedürftige zu befreien.
DS: Falls das stimmt, heisst es dann, dass all die Gesetze die Buddha gesprochen hat, die Menschen nicht befreien können?
PS: Wenn du sagst, da sind Worte die der Buddha gesprochen hat, dann beleidigst du Buddha. Und, wenn du sagst, es sind keine Worte die der Buddha gesprochen hat, dann beleidigst du das Gesetz. Buddhas wahres Sprechen ist nicht mit dem Mund noch ist sein wahres Hören mit den Ohren.
DS: Du willst sagen, all die Schriften sind nutzlos?
PS: All die Schriften sind wie Fingerzeige zum Mond. Der Klare würde den Mond sofort sehen, während der Dumme nur den Finger sieht. Der Klare ist wie ein Löwe und der Dumme wie ein Hund. Der Hund jagt den Ball, während der Tiger den Werfer beisst.
DS: Aber für mich ist es eindeutig, dass es gewisse Schritte gibt, vom Glauben zum Wissen und dann zum Praktizieren und schlussendlich zur Erleuchtung. Warum denn, wird das allwissende Erwachen nicht zur leuchtende Gelassenheit? Warum wird das tiefe Erwachen nicht zur ruhigen Leuchtkraft? Warum transformiert sich die Verwirrung nicht in Erleuchtung und Leben-und-Sterben in das Grosse Erlöschen?
PS: Das wahre Erwachen des Allwissenden und des Tiefen sind Geister. Erleuchtung und das Grosse Erlöschen sind nichts anderes als Halterungen für Esel.  An Phrasen und Namen glauben ist nichts anderes als sich gebrauchtes Klopapier in den Mund zu stecken. Buddha und die Patriarchen zu suchen ist der schnellste Weg in die Hölle.
DS: Was meinst du mit Buddha und Patriarchen?
PS: Buddha ist ein Körper der Erscheinung; der Patriarch ist der alte Mönch.
DS: Du meinst, dass jeder einzelne Heilige keine eigene Perspektive und Verwirklichung?
PS: Wie kann man seine eigenen Augen sehen? Wie kann man seinen eigenen Geist verwirklichen? Sogar in den Schriften steht: Man hat schon seinen eigenen Kopf; wie kann man nur einen Gedanken hervorbringen ob man ihn hat oder nicht?  Obwohl, ursprünglich der Geist gleich ist, Diskriminierung und Meinungen entstehen über den Heiligen und den Mittellosen.
DS: Was ist das also?
PS: In der Essenz hat es ursprünglich keinen Namen. Aber für die Zweckmässigkeit nennt man es Wahres-Gesetz-Augen-Kammer-Erlöschen-Tiefsinniger-Geist. Ich habe mehr zu sagen. Ich würde dir gerne einen berühmten Zen Dialog über dieses Thema zeigen.
Eines Tage kam ein Schüler zum Zen Meister Pa-Ling und fragte, „Sind dogmatische Lehren (Doktrin) und patriarchale Lehren verschieden oder gleich?“
Meister Pa-Ling antwortete,
Wenn ein Huhn kalt hat, klettert es auf den Baum; wenn eine Ente kalt hat, taucht es unter Wasser.
doktrin im zen buddhismus

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